Mein intelligentes Haus


Obwohl mich die ersten Informationen ber intelligente Installationen interessierten, habe ich dies alles fr ein ‚Spielzeug’ gehalten. Ich war skeptisch, habe aber bedacht, was ich haben wollte, und habe mich endlich entschieden. Ein solches System hat Sinn. Ich baue ein Haus, in welchem ich mehr als 2-3 Jahre wohnen werde. Man soll sich im Voraus um Komfort und Sicherheit kmmern. Auerdem kann ich im 21. Jahrhundert in einem Haus nicht wohnen, welches kalter Kaffee ist. Wenn in unseren westlichen Nachbarn jetzt fast 50% der neugebauten Huser eine intelligente Installation besitzen, lohnt es sich nicht, vor Modernitt fortzulaufen. Neue Lsungen werden sowieso kommen, und werden zur Norm. Ich wollte, dass ich die Chance zur Nutzung der Errungenschaften der Wissenschaft nicht verpasse. Genauso wie ich ein Auto ohne ABS und ohne Prallsack nicht fahren will, ich benutze ein Handy, Computer und Flugzeuge, so soll mein Haus auch den technischen Fortschritt wiederspiegeln.

Vorraum

Ich wollte, dass wenn ich reinkomme, und es dunkel ist, sich das Licht selbst einschaltete. Es ist einfach – ein Bewegungsmelder reicht aus. Er schaltet das Licht selber ein, und lsst es nicht auslschen, solange ich im Vorraum bleibe; nach einer geregelten Zeit schaltet er es selbst aus. Wieso aber Licht am Tage? Das ist auch kein Problem, man kann die Arbeitszeit des Melders beliebig einstellen. Ich wollte auch, dass es im Flur warm wre, ich will aber keine Energie verschwenden, falls meine Kleinen im Winter die Tr offen lassen. Und das passiert oft, sie haben doch keine Zeit fr solche zeitraubende Ttigkeiten. Keine Sache. Ein Schalter schliet das Wasser fr den Heizkrper ab, falls die Tr mehr als eine halbe Minute offen bleibt. Ich dachte: ‚dabei kann aber der Heizkrper frieren.’ Dieses wurde aber auch vorgesehen – falls die Temperatur niedriger als rund 5 Grad Celsius wird, ffnet sich der Absperrhahn des Heizkrpers, um dies zu verhindern. Man mag auch einen Melder in der Tr installieren. Falls die Tr nur geschlossen ist, leuchtet eine Diode. Das Alarmsystem schaltet sich nicht ein, bevor man die Tr abschliet.

Flur

Der Flur ist ziemlich gro, 3×6 Meter. Von hier gelangt man in die Kche, ins Wohnzimmer, Bro, in die Toilette, und ber die Treppe in die erste Etage. Hier ist immer was los. Man braucht Lichtschalter an jedem Eingang, und am besten wre es, falls alle auch Verdunkelungsvorrichtungen fr den Kronleuchter, die Wandleuchter, sowie Beleuchtung fr meine Waffensammlung (an den Wnden) htten. Ich habe darber nachgedacht, ob ich nicht bei jedem Eingang zwei Verdunkelungsvorrichtungen und Schalter installieren sollte – es hat sich herausgestellt, es gengt dabei eine Steuerkonsole mit vier Tasten. Zwei tasten zur Schaltung und Regulierung des Kronleuchters und der Wandleuchter, eine dritte fr die Wandbeleuchtung, und eine vierte zur Schaltung aller Lichter auf einmal. Und mehr noch – falls ich einen zustzlichen Lichtschaltkreis installieren sollte, braucht man nur die Konsole umzuprogrammieren.

Kche

Fr die Kche habe ich drei Lampen vorgesehen. Eine hngende, an der Decke, eine zweite ber dem Tisch, sowie eine Reihe kleiner Lampen ber die Regalen. Eine Rolllade am Fenster, unterm Fenster ein Heizkrper. Und viele elektrische Steckdosen, damit ich niemals ein Gert ausschalten muss, um ein anderes einzuschalten. Die Lsung ist je eine viertastige Steuerkonsole am Eingang zum Flur und zum Wohnzimmer. Funktionen sind wie folgt: Ein- und Ausschalten sowie Abdunkeln der Lampe ber dem Tisch, darber hinaus unabhngige Ein- und Ausschaltung der Deckenlampe und der Regallampen, Ein- und Ausschaltung der Steckdosen, sowie Steuerung der Rolllade. In einer Konsole mag man auch einen Temperaturregler haben, welches die Arbeit des Heizkrpers steuert, und nah am Rauchfang einen Feuchtigkeitsmelder, welcher den Rauchabzug in Betrieb setzt. Im Fenster hat man einen ffnungsmelder, welcher mit der Heizung und dem Alarmsystem verknpft ist.

Wohnzimmer

Ich habe mir gedacht, dass ich mit der Elektrik im Wohnzimmer niemals zu Ende komme. Zwei Kronleuchter, zwei Gruppen von Wandleuchtern, eine Stehlampe, Beleuchtung des Aquariums, eine kleine Lampe hinterm Fernseher und Halogenlampen fr die Bilder. 8 Arten von Beleuchtung. Natrlich, abgesehen von der Lampe am Aquarium und am Fernseher sollte jede Lampe eine Verdunkelungsvorrichtung haben. Das Wohnzimmer mag von dem Flur, von der Kche, vom Arbeitszimmer und von der Terrasse betreten werden. Im Wohnzimmer will ich auch Jalousien haben: in den zwei Fenstern auf der Sdseite und im einen Fenster auf der Westseite, sowie in der Terrassentr. Das System sollte ber je zwei vierteilige Steuerkonsolen an jedem Eingang kontrolliert werden, dazu eine bequeme Fernbedienung. Die untere Konsole dient dazu, die Jalousien zu steuern (die beide auf der Sdseite gemeinsam, und die im Terrassentr und im Fenster auf der Westseite getrennt, dazu eine vierte Taste um sie alle gemeinsam zu kontrollieren). Die obere Konsole – fr mich war dies eine echte Revolution – sollte Lichtszenen aufrufen. Man soll damit anfangen, dass man sich verschiedene Situationen vorstellt. Zwei davon sind: Alles ausgeschaltet, und alles eingeschaltet. Was noch? Ein groer Empfang, Treffen im Freundeskreis, intimes Abendessen zu Zweit, Erholung bei Zeitungslektre, Fernsehfilm, Beobachtung der Fische. Jede von diesen bedarf andere Beleuchtung. Am besten stellt man eine Tabelle zusammen. In 8 Zeilen hat man die Szenennamen, und in 8 Rubriken – den Zustand jeder Lampe. Beispiel, Szene 3: Bilder – 100% Strke; Kronleuchter 1 – 90%; Aquarium – 90%; Wandleuchter 1 – 30%; Stehlampe bei der Couch – 30%; Kronleuchter 2 – 20%; Fernsehlampe und Wandleuchter 2 � ausgeschaltet. Man kann die Beleuchtung zu jeder Situation genau anpassen, diese Einstellungen dann speichern, und jeder Taste eine Szene zuordnen, sodass sie durchs einmalige Drcken hervorgerufen werden kann. Mit der Fernbedienung ist es ja auch mglich, ich habe es aber lieber, mit ihm die Kraft einzelner Lampen unabhngig zu regulieren. Kein Problem. Natrlich hat man im Wohnzimmer auch Temperaturkontrolle und Fensterffnungsmelder.

Bedienung

hnliche Funktionen und Bequemlichkeiten benutze ich auch im Arbeitszimmer und in anderen Zimmern. In Badezimmern, Toiletten, auf der Terrasse und im Treppenhaus ist die Elektrik einfacher. Als Grundgerte hat man berall fast die gleichen Steuerkonsolen, ihre Funktionen werden sich aber voneinander deutlich unterscheiden.

In jedem Raum ist die Beleuchtung den individuellen Bedrfnissen der Benutzer angepasst. So sind auch die Jalousien und die Heizung. Jede von diesen Vorrichtungen ist fr bequeme, individuelle Bedienung vorgesehen. Die verschiedenen Melder und Sensoren werden viele Ttigkeiten fr die Bewohner ausfhren. Bei zu starker Sonne kann der externe Beleuchtungsmelder die Rollladen zuziehen. Der Windmelder mag die Markisen einfahren, und beim Fensterscheibenbruch sichern auch passende Sensoren das Haus indem sie alle Rollladen schlieen. Auerdem informiert das System die Hausbewohner, was passiert ist. Die Bewegungsmelder, je nach Tageszeit oder Zustand des Alarmsystems, dienen nur zur Beleuchtungskontrolle oder Alarmsystemsteuerung. Um das ganze zu kontrollieren, benutze ich eine Infrarot- [IR] oder Radiowellenfernbedienung [RF]. IR-Fernbedienungen benutze ich im Haus, jede bedient nur ein Zimmer und die zentralen Funktionen. Die RF-Fernbedienung kann viel mehr tun, zum Beispiel das Eingangstor und die Garage ffnen, Licht, Heizung und Jalousien einschalten. Bei einem Sommerempfang im Garten kann ich auch das Licht, den Wasserbrunnen und das Dekorationslicht einschalten. Der Signalempfnger muss sich nicht im Sicht befinden – Radiowellen haben eine grere Reichweite aus Infrarotstrahlen, und sie durchgehen die Wnde.

Eine andere Fhigkeit, welche mich interessiert hat, ist die Anwesendheitssimulation. Zur Verfgung stehen hier Uhren (synchronisiert mit Signalen vom Rundfunk), Zufallszahlengeneratoren und Vorrichtungen zur Speicherung der Arbeitszeiten verschiedener Gerte. Man mag auf diese Weise das Licht, die Jalousien, die Rollladen, die Klimaanlage, die Heizung sowie andere Funktionen steuern. Falls niemand zu Hause ist, schaltet sich das Licht in verschiedenen Zimmern ein und aus, und die Jalousien schlieen oder ffnen sich. Wenn die Hausbewohner anwesend sind, ffnet die Uhr passend die Jalousien, schaltet das Licht ein und kontrolliert die Temperatur. Es kann hell und warm sein berall da, wo man es braucht, und in den unbenutzten Zimmern verschwendet man Energie nicht. Die immer zunehmenden Energieausgaben werden reduziert. Die Wrme fliet durch geffnete Fenster nicht, in der Nacht ist es klter, und das Licht im Badezimmer brennt nur dann, wenn jemand tatschlich drin ist. Niemand wird das Licht in der Garage oder Toilette vergessen – es schaltet sich selbst aus, wenn es nicht gebraucht wird. Treppen und Korridore werden auch automatisch bei Bedarf beleuchtet. Sucht man in der Nacht die Toilette auf – so muss man nach dem Lichtschalter nicht extra suchen, denn das Licht wird da brennen, wo man es braucht.

Um die Sicherheit und den Komfort weiter zu erhhen, entscheide ich mich wahrscheinlich fr ein Modem. Es erfllt drei Funktionen. Es kontrolliert, signalisiert und steuert die Verbindungen. Von jedem Ort auf der Erde, zu jeder Zeit, kann ich per Telefon Auskunft ber den Zustand des Systems bekommen (z. B. ob alle Fenster geschlossen sind, wie ist die Temperatur, ob das Alarmsystem Gefahr nicht bemerkt hat). Ein paar Stunden bevor ich heimkomme kann ich die Heizung einschalten, Jalousien aufziehen, oder die Fenster in die Kippstellung bringen. Alles per Knopfdruck eines Telefons mit Tonwahl. Falls ein Einbruch passiert oder etwas auer Betrieb geht (z. B. eine Wasserrohre geht kaputt), ruft das Modem Hilfe an, im ersten Fall – die Sicherheitsfirma, im zweiten – den Nachbarn, der einen Installateur holt.

Der Bau

Alles scheint jetzt sehr einfach zu sein, was fr eine Anhufung von Kabeln bedarf jedoch solche Elektrik? Und was passiert, falls der steuernde Rechner auer Betrieb geht oder beschdigt wird? Es stellt sich heraus, diese Probleme existieren nicht. Zunchst: die Steuerung erfolgt nur mittels eines einzigen Kabels, der das Haus durchluft. ber diesen Kabel werden alle Befehle und Informationen geschickt, in Form von so genannten Telegrammen. Dieser Kabel sollte jede Kontrollstelle erreichen, u. a. jeden Platz, wo man normalerweise Schalter hat. Alle diese Gerte werden parallel verknpft. Den Kabel mag man vielmals verzweigen, immer den krzesten und einfachsten Weg whlend. Dadurch, dass die Steuerung vllig getrennt von der Stromversorgung abluft, kann die Elektrik sehr vereinfacht werden. Ausgebaute Kontrollfunktionen bedrfen keine dicken vieldrhtigen Kabel.

Zweitens: Man braucht nicht unbedingt einen Computer. Einen Computer bentigt man nur, um die Installation zu programmieren und hochzufahren. Eine der Eigenschaften des KNX-Instabus-Systems ist Dezentralisierung. Jedes Gert hat ihren eigenen Prozessor und Speicher. Horrorgeschichten mit Zentralcomputerausfall, welche man im Kino sieht, sind vllig ausgeschlossen. Der Rechner erfllt nur untersttzende Funktionen. Alle ‚intelligenten’ Gerte arbeiten voneinander unabhngig. Die wechseln miteinander Telegrammen mit Befehlen, Informationen, Bedingungen, Messwerten usw. Falls ein Gert zerstrt wird, hat dies keinen Einfluss auf die Arbeit der anderen. Einen Computer aber, welchen doch fast jeder besitzt, mag man anders ausnutzen, z. B. zwecks Visualisierung. Bauplne des Hauses speichere ich im Rechner. Etagenplne, vielleicht auch Auenansichten und den Gartenplan. Auf jedem Plan knnen Empfnger aufgezeichnet werden. Per Mausklick kann ich alles, was ich will, einschalten, ausschalten, kontrollieren. Man sagt, eine solche Installation kann man ber einen normalen Fernseher steuern. Das lasse ich mir aber fr die Zukunft.

Na gut, aber wie viel kostet das ganze? So wie man keine Antwort auf diese Frage im Falle einer traditionellen Installation hat, so ist auch hier eine konkrete Zahl schwer anzugeben. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine solche Installation billiger als eine traditionelle sein kann. Am wichtigsten hier ist die Zahl der Funktionen. In meinem Haus hat die intelligente Elektrik die Baukosten und die Betriebskosten spter auch wesentlich reduziert. Ausgleich der Baukosten erfolgt bei Installation eines Systems fr die Beleuchtung und Jalousien mit Ausnutzung Zentral- und Sicherheitsfunktionen. Es qulte mich die Frage, wo diese alle Gerte reinpassen? Konsolen statt normale Schalter. Sensoren, abhngig von ihrem Zweck – in Einbauschaltkasten, Fensterrahmen, Trzargen, an den Wnden und auf dem Dach. berall, wo etwas kontrolliert werden soll. Und diese Menge der Ein- und Ausschaltgerte, Jalousiensteuerung, Heizungssteuerung, Lichtverdunkelungsvorrichtungen, Belftungssteuerung usw. muss nicht sichtbar sein. Die knnen in einem zentralen Schaltkasten montiert werden, mit Aufputz- oder Einbaumontage, in Hngedecken o. a.

Umbau und Ausbau

In der Zukunft kann ich hier vieles verndern. Problemlos, ohne zustzlichen Kosten, Schmutz, Wandabreien und Lrm. Ich brauche keine Angst vor Vernderungen zu haben. In dem ganzen Haus sorgt die Elektrik fr maximale Flexibilitt. Hinzufgung neuer Funktionen bei der intelligenten Elektrik ist halt eine Umprogrammierung der Steuergerten. Umprogrammierung einer Steuerkonsole bedeutet, man kann sie fr andere Zwecke als vorher benutzen. Und noch eine Sache. Obwohl scheinbar kompliziert – ist die Steuerung einfacher, als bei einer traditionellen Installation. Man muss darber nicht nachdenken, wozu eine Taste dient. berall sind die beschrieben (z. B. Empfang, Abendessen, Ausgehen). Ich muss mich nicht in Elektronik und Computer auskennen – die ganze Arbeit mag von den Programmierern der Firma, wo ich das System bestellt habe, durchgefhrt werden.

Andrzej Dubrawski
Artikel wurde in der polnischen Zeitschrift ‚Inteligentny Dom’ [Das intelligente Haus], Nr 3/1999, verffentlicht.

Viel mehr Informationen ber KNX-Systeme erhalten Sie auf der Webseite www.eib.pl.

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